Les contes d'Hoffmann
Theater an der Wien
Wien
Österreich
E. T. A. Hoffmann schuf Erzählungen voll skurriler, witziger, teils beängstigender
Fantasie. Die heimelige Welt des deutschen Bürgers bevölkerte
er mit Dämonen, Zauberern oder Wechselbälgern. Manchmal wirkt eine
solche Begegnung beglückend, manchmal zerstörend. Dabei bleibt oft
unsicher, ob die Geschehnisse real sind oder nur im Kopf der Figuren
stattfinden. Wie kein anderer thematisierte Hoffmann die Frage nach
der Wahrnehmung der Welt. In Frankreich war Hoffmanns Werk beliebter
als in seiner Heimat. Michel Carré und Jules Barbier machten 1851 in
dem Drama Les contes d’Hoffmann den sonderbaren Dichter zum Helden
seiner eigenen Abenteuer. Jacques Offenbach fand in diesem Stück
eine inspirierende Vorlage für sein letztes großes Bühnenwerk.
Hoffmann wartet mit seinem Freund Nicklausse und einigen Studenten in
der Kneipe Lutter & Wegner auf seine Geliebte, die Sängerin Stella, die gerade
als Donna Anna im benachbarten Theater brilliert. Um die Wartezeit
zu verkürzen, erzählt er seine unglücklichen Liebesabenteuer: Olympia,
Antonia und Giulietta – alle drei leidenschaftlich geliebte Frauen hat er
unter sonderbaren Umständen verloren. Immer wieder schien sein Glück
von einem Bösewicht hintertrieben worden zu sein, der ihn unter wechselnden
Identitäten verfolgt. Und auch jetzt erkennt Hoffmann seinen Widersacher
in dem Rat Lindorf unter den Zuhörern. Nun ist der Bösewicht hinter
Stella her. Als Hoffmanns Erzählungen enden, führt Lindorf wirklich die
von dem verwirrten Dichter verstoßene Sängerin mit sich fort. Ist jener
Verfolger ein Mensch oder der Teufel? Und Hoffmanns treuer Nicklausse, ist
das ein Mann, eine Frau, die hilfreiche Muse oder auch ein Geschöpf des
Teufels? Als Muse verheißt sie am Ende dem einsamen Hoffmann großen
Dichterruhm, aber ist das ein ausreichender Ersatz für die Liebe?
Jacques Offenbach starb kurz vor der Uraufführung von Les contes
d’Hoffmann, und das Werk kam daher nur stark gekürzt auf die Bühne,
ein großer Teil der Handschrift verschwand. Vor nicht allzu langer
Zeit tauchten wichtige Dokumente wieder auf, und die von Offenbach
geplante Konzeption kann nun weitgehend nachvollzogen werden. Das
Theater an der Wien präsentiert zum ersten Mal in Wien Les contes
d’Hoffmann in der rekonstruierten Urfassung.
Theater an der Wien
Linke Wienzeile 6, 1060 Wien
Österreich
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